Down Under

Down Under ist eine Zeichnung, bei der Farbpigmente am Bauch sichtbar sind. Die Vererbung erfolgt dominant; in homozygoter Ausprägung ist das Merkmal letal. Die Intensität der Zeichnung kann je nach individueller Ausprägung variieren.

Down Under-Kaum von schlechtem Berkshire zu unterscheiden

Wie entsteht Down Under?

Das ZEP2-Gen kodiert ein Protein, das eine zentrale Rolle in der embryonalen Fellpigmentierung spielt. Es reguliert die Wanderung von Pigmentzellen (Melanozyten) aus der Neuralleiste in das Bauchfell. Unter normalen Bedingungen sorgt das Genprodukt dafür, dass die Unterseite des Körpers weitgehend depigmentiert bleibt, da die Migration der Melanozyten stark gebremst wird.

Der zugrunde liegende Gencode ist abhängig von der vorhandenen Zeichnung der Tiere. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Sichtbarkeit und Erkennbarkeit der Down Under-Zeichnung. Eine Zucht auf Zeichnungsvarianten wie Berkshire oder Irish ist nicht zu empfehlen, da Tiere mit diesen Zeichnungen äußerlich einem Self-Tier ähneln können. In solchen Fällen kann die Down Under-Zeichnung „versteckt“ auftreten, was die gezielte Selektion erheblich erschwert.

Dadurch besteht die Gefahr, dass Tiere mit verdeckter Down Under-Zeichnung unbeabsichtigt miteinander verpaart werden, was zu letal homozygoten Nachkommen führen kann. Eine sorgfältige Dokumentation und gezielte Auswahl der Zuchttiere ist daher essenziell, um solche Risiken zu vermeiden.

Kaum noch von Self zu unterscheiden

Mutationen im ZEP2-Gen führen zu einer Abschwächung dieser Bremswirkung, wodurch Pigmentzellen vermehrt in die Bauchregion einwandern können. Die Ausprägung der sogenannten „Down Under“-Pigmentierung hängt direkt mit der Stärke der Mutation zusammen:

  • Bei leichter Ausprägung entstehen nur kleine, vereinzelte Pigmentpunkte am Bauch.
  • Eine mittlere Ausprägung führt zu größeren, klar abgegrenzten Flecken.
  • Bei starker Ausprägung bilden sich breite Pigmentzonen, die sich bis zur seitlichen Flanke erstrecken.
Leichte Ausprägung (Dieses Tier ist trotz Pigemntierung am Bauch kein Down Under)
Mittlere Ausprägung
Starke Ausprägung

Je stärker die Mutation, desto mehr Melanozyten erreichen die Bauchseite – und desto intensiver und flächiger ist die Pigmentierung.

Zuchttechnisch ist jedoch besondere Vorsicht geboten: Tragen Tiere zwei mutierte Kopien des ZEP2-Gens (homozygot), führt dies zu einer massiven Fehlverteilung von Melanozyten bereits im Mutterleib. Die betroffenen Welpen versterben meist zwischen dem 11. und 14. Lebenstag, häufig infolge von Herz-Kreislauf-Versagen durch Pigmentzellen im Herzgewebe. Diese Form der Mutation gilt daher als letal in homozygoter Ausprägung.

Um dieses Risiko zu vermeiden, ist es entscheidend, dass Tiere mit mittlerer oder starker Down Under-Pigmentierung nicht miteinander verpaart werden, da sie mit hoher Wahrscheinlichkeit beide Träger des mutierten Allels sind. Eine solche Verpaarung birgt ein 25 %iges Risiko für homozygot mutierte Nachkommen, was aus tierschutzrechtlicher und züchterischer Sicht nicht vertretbar ist.

Empfehlung für die Zucht: Es sollte stets darauf geachtet werden, dass nur ein Elternteil das mutierte ZEP2-Allel trägt, um die Entstehung letaler Genkombinationen zu verhindern.

Moderne genetische Sequenzierungsmethoden ermöglichen mittlerweile eine präzise Differenzierung verschiedener Mutationsvarianten des ZEP2-Gens. Zudem gibt es Hinweise auf Interaktionen mit anderen Genen, die Fellfarbe und -struktur beeinflussen. Diese Erkenntnisse bieten Züchtern wertvolle Informationen für verantwortungsvolle und genetisch abgesicherte Zuchtentscheidungen.

Quellen

https://drive.google.com/file/d/1CItpLUU-dgi1fhGwEQ3oJ2Iqqm-74ZHT/view

https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9978131

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