Essex

Genetischer Code

Erbgang

Dominant (vermutlich homozygot letal)

Chromosom

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Beschreibung

Essex ist eine genetisch bedingte Zeichnungs- beziehungsweise eigentlich eine Shademutation der Farbratte. Charakteristisch ist eine gleichmäßige Aufhellung des Körpers, während die intensivste Pigmentierung entlang der Rückenlinie erhalten bleibt. Zwischen den dunkleren und helleren Bereichen entsteht ein weicher Farbverlauf ohne scharf abgegrenzte Übergänge.

Ein typisches Merkmal ist der weiße Stirnfleck (Head Spot). Zusätzlich zeigen die meisten Tiere einen weißen bis cremefarbenen Bauch sowie aufgehellte oder weiße Füße. Die Intensität der Aufhellung kann je nach Grundfarbe und vorhandener Zeichnung unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Im Gegensatz zum Husky- (Roan-) Gen handelt es sich nicht um eine fortschreitende Aufhellung. Bereits mit dem ersten Fell zeigen Jungtiere die typische Essex-Zeichnung, die sich im weiteren Lebensverlauf nur geringfügig verändert.

Genetischer Hintergrund

Die genetische Einordnung von Essex ist bislang nicht abschließend geklärt. Historisch wurde die Mutation überwiegend als Allel des Hooded-Lokus (H-Lokus) beschrieben und mit den Symbolen Hro (Roberts) beziehungsweise Hre (Restricted) bezeichnet. In dieser Nomenklatur entstehen durch die Kombination mit anderen Allelen des Hooded-Lokus Bezeichnungen wie Essex Baldie, Essex Variegated oder Essex Dalmatian.

Diese Einordnung basiert vor allem auf züchterischen Beobachtungen und klassischen Vererbungsanalysen. Eine molekulargenetische Identifizierung der ursächlichen Mutation liegt bislang nicht vor.

Die American Fancy Rat and Mouse Association führt Essex hingegen als eigenständige Mutation und beschreibt sie nicht ausschließlich als weiteres Hooded-Allel. Gleichzeitig wird von zahlreichen Züchtern und Genetikern vermutet, dass Essex funktionell eher einem Shade-Gen entspricht. Für diese Annahme spricht insbesondere, dass die charakteristische Aufhellung unabhängig von der zugrunde liegenden Zeichnung oder Grundfarbe auftritt und sich auf nahezu allen bekannten Zeichnungsmustern ausbilden kann. Bis heute konnte diese Hypothese jedoch weder bestätigt noch widerlegt werden.

Deswegen schlagen wir als Gencode Ex/ex vor, da wir nicht davon ausgehen, dass es ein Modifier am H-Lokus ist, sondern ein seperat vererbtes Gen welches dominant ist.

Aufgrund der derzeit fehlenden molekulargenetischen Daten existieren daher mehrere unterschiedliche Modelle zur genetischen Einordnung von Essex, ohne dass eines davon abschließend bewiesen werden konnte.

Vererbung

Essex wird nach den bisherigen Erkenntnissen dominant vererbt. Bereits eine Kopie des Allels führt zur Ausbildung des Phänotyps. Eine rezessive Trägerschaft ist daher nicht bekannt.

Für homozygote Tiere wird seit vielen Jahren eine embryonale Letalität vermutet. Diese Annahme beruht auf zahlreichen Zuchtbeobachtungen, konnte bislang jedoch nicht molekulargenetisch bestätigt werden. Aus diesem Grund werden Verpaarungen zweier Essex-Tiere in der verantwortungsvollen Zucht in der Regel vermieden.


Quellen

American Fancy Rat and Mouse Association (AFRMA): Essex Standard & Genetics
https://afrma.org/ratmkd.htm

American Fancy Rat and Mouse Association (AFRMA): Differences Between Variegated, Dalmatian, Bareback and Essex
https://www.afrma.org/c-c_vardalbbessex.htm

Rat Variety Guide (Nanna M. Andersen): Essex
https://ratvarietyguide.weebly.com/essex.html

A. Prinsloo: The Markings – Hooded-Locus, Head Spot and Roan (PDF)
https://mhjrattery.pbwebs.com/u/mhjrattery/content/documents/Markings.pdf

Ronel Pienaar: Rat Markings Explained – The H-Locus Alleles (PDF)
https://imagineratterysa.pbwebs.com/u/imagineratterysa/content/documents/The%20H%20Locus%20explained%20-%20By%20Ronel%20Pienaar.pdf

National Fancy Rat Society (NFRS): Marked Variety Standards
https://www.nfrs.org/varieties_marked.html

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