Andere Bezeichnungen:
Genetik: pp, rezessiv
Pink Eyed Dilute (PED) ist eine genetisch bedingte Farbverdünnung bei Farbratten, die sowohl das Fell als auch die Augen betrifft. Das zugrunde liegende rezessive Gen schwächt die Pigmentbildung im Körper erheblich. Ratten mit dieser Mutation zeigen typischerweise ein sehr aufgehelltes Fell und auffällig rosafarbene Augen, da die dunklen Pigmente weitgehend fehlen. Im Vergleich zu anderen Verdünnungen wie dem Red Eyed Dilute erscheint das Fell deutlich heller und sanfter in der Tönung.
Trotz der pinken Augen sind die Tiere keine richtigen Albinos (c-locus), sondern ihre eigene Variante da sie durchaus noch in der Lage sind Pigmente zu bilden, wenn auch eingeschränkt.
Die Genmutation verändert den PH-Wert in den Zellen, sodass die Enzyme die für die Bildung für Pigmente verantwortlich sind gestört werden und eine vollständige Pigmentbildung nicht möglich ist. So kommt der bekannte, sehr helle Champagner-Farbton zustande: das wenige was an Pigmenten noch gebildet werden kann wird in Fell, Haut und Augen abgelagert und reicht gerade so für einen hellen bis fast orangen Farbton. Auch hier können Züchter durch gezielte Selektion noch etwas die Intensität der Farbe beeinflussen – im Standard ist auf Agoutibasis ein helles Orange gewünscht und auf Blackbasis ein zarter, fast rosastichiger Champagnerton.
The rat pink-eyed dilution (p) mutation: An identical intragenic deletion in pink-eye dilute-coat strains and several Wistar-derived albino strains :
Es wurden zwei Mutationen identifiziert, die zu „pink-eyed dilution“ bei Ratten führen: die klassische p-Mutation und die pink eye Mishima (pm)-Mutation**.
Die pm-Variante stammt von einer Wildratte, die 1961 in Mishima, Japan, gefangen wurde. Diese Mutation, die in der NIG-III-Linie vorkommt, betrifft eine Spleißstelle in Intron 5 des entsprechenden Gens.
Die bereits 1914 beschriebene p-Mutation hingegen findet sich in verschiedenen p/p-Rattenlinien wie RCS und BDV. Sie ist das Ergebnis einer intragenen Deletion, bei der Exon 17 und 18 fehlen. Interessanterweise sind auch mehrere Albino-Stämme wie KHR, KMI und WNA, die alle vom Albino-Stamm des Wistar-Instituts abstammen, homozygot für das p-Allel.
Genanalysen zeigen, dass diese farbigen p-Stämme und die Albino-Stämme von Wistar dieselbe genetische Signatur über ein etwa 4 Megabasen großes Gebiet rund um das P-Gen tragen. Das weist darauf hin, dass alle diese Linien auf einen gemeinsamen Vorfahren zurückgehen – das p-Allel ist also nicht unabhängig mehrfach entstanden, sondern wurde über verschiedene Zuchtlinien weitervererbt.
Die historische Analyse deutet darauf hin, dass das p-Dilute ursprünglich in einer genetisch mit dem C-Loci durchmischten Linie vorhanden war, die durch Zucht getrennt wurde und sich so unabhängig in den pinkäugigen Ratten Europas etablierte.
