Genotyp
- sat/sat – zwei Kopien des Satin‑Allels
- Sat/sat – heterozygot, bereits leicht ausgeprägte Satin‑Merkmale
- Sat/Sat – normal behaart (kein Satin)
Erbgang
- Rezessiv mit heterozygoter Teilwirkung (Heterozygote Tiere zeigen bereits eine leichte Glanz‑ bzw. Strukturveränderung.)
Chromosomale Lage
- Unbekannt

Das Satin-1-Gen bei Farbratten ist eine rezessive Mutation, die im homozygoten Zustand zu einem intensivierten Glanz und Schimmer des Fells führt. Das Haarkleid erscheint minimal verlängert und weist eine glatte Struktur auf. Im Gegensatz zur Harley-Mutation, bei der das Unterfell fehlt, bleibt dieses bei Satin-1 vollständig erhalten und unverändert. Die optische Wirkung ist besonders im direkten Licht auffällig, wobei die Tiere ein verstärkt glänzendes Erscheinungsbild zeigen, das sich deutlich vom Standardfell abhebt.
Bemerkenswert ist, dass bereits heterozygote Tiere – also solche mit nur einer Kopie des Satin-1-Gens – erkennbare phänotypische Veränderungen zeigen können. Das Fell kann entlang der Wirbelsäule abgeflacht wirken, während sich über den gesamten Körper verteilt längere Haare finden, die sich vom übrigen Fell abheben – besonders am Rücken. Diese Haare treten unregelmäßig auf, sind jedoch weder wellig noch spitz zulaufend. Sie erzeugen keine struppige Optik, sondern führen zu einer glatten Struktur des Fellkleids. Auch die Haptik unterscheidet sich spürbar vom Standardfell: Das Fell wirkt deutlich weicher und geschmeidiger.

Zusätzlich wurden Tiere beobachtet, bei denen sich das Bauchfell mittig in einer V-Form zusammenläuft. Dieses Muster unterscheidet sich klar vom üblichen Verlauf des Fells. Ob dieses Merkmal direkt durch das Satin-1-Gen verursacht wird oder ob noch andere Gene mitwirken, ist derzeit noch nicht eindeutig geklärt und wird weiter untersucht.
Die Unterscheidung zwischen Satin-1 und Satin-2 gestaltet sich derzeit als schwierig, da beide Mutationen häufig gemeinsam auftreten und zudem mit der Harley-Mutation kombiniert sein können. Diese genetischen Überlagerungen erschweren eine eindeutige phänotypische Zuordnung.
Änderungen und Erweiterungen der bisherigen Beschreibung zu Geno- und Phänotyp sind möglich und werden erwartet. Ziel ist eine präzise genetische Charakterisierung sowie eine standardisierte phänotypische Erfassung, um langfristig eine klare Abgrenzung der verschiedenen Fellmutationen zu ermöglichen und deren züchterische Relevanz fundiert zu bewerten.
